Archiv für den Monat: März 2014

Meetinghaus mit Raven-Poles

Totem Poles in Nordwestamerika

Tadition und Gegenwart bei den „First people“- Schnitzen an der Nordwestküste Kanadas und Alaskas

„First people – Die Ersten Menschen“ nennen sich die indianischen Bewohner der riesigen Gebiete im Norden der USA und Kanadas. Hauptsächlich in den milderen Küstenregionen angesiedelt, haben diese eine Kultur, welche bis 5000 vor Christus nachweisbar ist. Neben Steinskulpturen, Beinschnitzereien, Kupferbearbeitung und Petroglyphen gab es mit Sicherheit auch Holzschnitzereien. Von denen ist logischerweise fast nichts übrig geblieben. Es gibt jedoch Artefakte aus den genannten dauerhafteren Materialien. Aber die Holzschnitzer-Tradition lebt weiter, ja, sie ist in den letzten Jahrzehnten zu einer neuen Blüte gelangt. Dabei geht es um Totempfähle, Masken, Schalen, beschnitzte Holzboxen, Schmuck, Kanus und Paddel sowie unterschiedliche Gebrauchsgegenstände. Die mitunter sehr monumentalen Totems sind den Europäern seit der Expedition James Cooks im Jahr 1778 bekannt und in Zeichnungen des Expeditionsmitgliedes John Webber festgehalten.

Totems am Morgen

Totempoles im Morgengrauen in Campbell River, BC

Seit meinem ersten Kontakt zu den „Natives“ der Nordwestküste Kanadas bin ich fasziniert von deren hohen Leistungen als Schnitzer. Ursprung war meine Tätigkeit bei der Entwicklung des Daetz-Centrums in Lichtenstein und der Einladung eines Schnitzers zum Holzbildhauersymposium „Ausklang des Jahrhunderts“ im Juni 1999 am Frohnauer Hammer rund um „Langs Erzgebirgshaus“. Ein Mitglied der Schnitzerfamilie LaFortune, Aubrey, beteiligte sich an dem Holzbildhauertreffen und schnitzte ein kleines Totem von 1,50 m mit Biber und Frosch. Dazu verwendete er Lärchenholz, was seiner gewohnten amerikanischen Rotzeder (Red Cedar) in ihrer Eigenschaft ähnelt. Durch ihn bekam ich erste Eindrücke von seiner Kultur und der Eigenart indianischen Schnitzens. Im April 2000 besuchte ich ihn auf Vancouver Island gemeinsam mit meinem damaligen Mitarbeiter Ronny Tschierske. Es wurde nicht nur ein abenteuerliches Erlebnis, sondern ein Auftakt langjähriger freundschaftlicher Beziehungen zu seiner Familie und seinem Stamm. Die LaFortunes gehören zu den Coast Salish, ihr Tribal nennt sich Tsawout. Seitdem habe ich durch Studien der Kunst der Nordwestküsten-Indianer ( Natives ), besonders während weiterer 4 Reisen, deren Lebensweise und Weltsicht, aber auch Schnitzkunst kennen- und schätzen gelernt.

2 Adler

2 Adlerpoles am Ortseingang eines Walfängerdorfes

Totem-Modell

Aubrey LaFortune schnitzt an einem Totem-Modell aus Alder ( Erle )

 

 

 

 

 

 

 

 

Meine Exkursionen führten mich während dieser Reisen an viele Orte der Nordwestküste. Angefangen in Seattle, wo es schon interessante neuzeitliche Poles gibt, nach Norden durch Bellingham über die Grenze zu Kanada nach Vancouver. Dort sind die berühmten Totems im Stanley Park zu sehen. Weiterhin die faszinierende Totemkollektion im UBC Museum of Anthropology. Die Reisen gingen zu zahlreichen Standorten auf Vancouver Island, insbesonders der wunderschönen Inselhauptstadt Victoria, mehrfach nach Duncan, der „Hauptstadt der Totempfähle“ bis nach Norden. Erkundungen von Nanaimo, dann weiter westlich über Port Alberny, den Gebirgspass zur Pacific Shore in die Walfänger-Dörfer Ucluelet und Tofino waren sehr interessant. Auf Quadran Island lernte ich die gastfreundliche Familie Wilson vom Stamme der Kwakwaka’wakw (Kwakiutel) kennen, war bei den Nootkas am Gold River bis hinauf zum Nootka-Sound. Ich lernte Haidas kennen, die als hervorragende Schnitzer gelten. 2012 konnte ich mir dann den großen Wunsch erfüllen, auch bei den Tlingit in Alaska zu sein. Besonders intressant die Poles in Juneau, Ketchikan und Skageway. Sehr beindruckend war auch das berühmte Schnitzerdorf  Saxmann Village mit Totempole-Park und Dancing House.

Cedar-man

Mit dem Coast-Salish Carver Perry LaFortune am Cedar-man, dem dicksten Totem der Welt in Duncan / BC

Haida-Totems

Haida-Totems in Victoria / BC

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Wort „Totem“ stammt aus der Sprache der Algonkin-Indianer und bedeutet etwa „Familienzeichen, Schutzgeist,  Standes-Symbol“. Allein die Geschichte und Darstellung von Totempoles ist sehr umfangreich. In einem Artikel wie diesem ist das umfänglich nicht darstellbar, und aus hunderten von Fotos lediglich mit einzelnen Beispielen zu zeigen. Daher nur einige fachliche Erklärungen und Bemerkungen.

Arten von Totempfählen

Wappenpfahl : Zeigt dem Clan zugehörige, verliehene Symbole. Hat heraldische, aber auch juristische Bedeutung und zeigt Standesunterschiede (z.B. je höher, um so bedeutender seine Ersteller ). Dazu kommt mit ähnlicher Bedeutung der Pfahl des Stolzes. Erzählen kann ein  Geschichtspfahl, nämlich vergangene Ereignisse, auch aus dem Bereich der Märchen und Sagen. Sie sind häufig belehrend. Gedenkpfähle erinnern an ein stattgefundenes wichtiges Ereignis. Murdery-Poles oder Grabpfähle erinnern an ein verstorbenes hochrangiges Clan-Mitglied. Zusätzlich wird unterschieden nach der Größe ( Groß, klein ), Frontal- oder Housepole, Willkommens- oder Grußfigur, den Wandtafeln ( Panel) und neuerdings auch den aus traditionellen Motiven weiterentwickelten modeneren Formen ( Contemporary Art ).

Contemporary art

Eine Panelschnitzerei als Beispiel eines Totems in „contemporary art“

Watchman

„Watchmen“ mit Potlach-Hüten werden oft „on the top“ auf Totempoles dargestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Material, Schnitztechniken und Oberflächenbehandlung

Es gibt mehrere Gründe dafür, das die Schnitzkunst entlang einer Linie von rund 2000 km vom State Washington über British Columbia bis hinauf nach Alaska so intensiv seit Jahrhunderten betrieben wird. Sehr wichtig ist dabei das riesige Vorkommen von mächtigen Bäumen im küstennahen Regenwald. Am besten geeignet ist dabei das Thujaholz. Dessen landläufige Bezeichnung ist Western Red Cedar. Ihr Wachstum ist enorm. Riesige Bäume werden hunderte von Jahren alt, haben eine erstaunliche Höhe bis über 50 m und Durchmesser, welche über 5 m hinaus gehen können. Ideales Schnitzholz, welches die Fertigung der oft monumentalen Totempoles ermöglicht. Außerdem haben sie eine gute Haltbarkeit im Freien. Totempfähle stehen oft 80 Jahre, manchmal länger, auch ohne Oberflächenbehandlung. Dann fallen sie um, und wenn ein Clan die Möglichkeit hat, wird ein Neuer geferetigt, was in der Regel ein langwieriger und kostenintensiver Prozess ist. Weiterhin wird gern die gelbliche Yellow Cedar benutzt. Auch Alder, die amerikanische Erle, findet für kleinere Schnitzereien Verwendung.

Alte Rotzeder

Am Fuße einer uralten Rotzeder im pazifischen Regenwald

Thujaholz

Riesen-Lebensbäume können zu großen Totempoles verarbeitet werden.

 

 

 

 

 

 

 

Old Totem

Gestürtzter alter Totempole in Alaska, dem Verfall preisgegeben

Quadra Island Pole

Ein gefallener Totem auf Quadra Island, mit Folie geschützt, dient als Vorlage für eine neuen Pfahl

 

 

 

 

 

 

 

 

Soll ein neuer Totempole entstehen, so wird das im „Tribal“, dem Stammesverband oder im Clan ausführlich beraten. Ein Schnitzer muß gefunden werden, möglichst aus dem eigenen Stamm, die Symbole oder Motive festgelegt, die Kosten besprochen und die Termine geklärt sein. Zeichnungen und Modelle, aus Holz oder manchmal dem weichen Argillite-Stein zeigen die formen des zukünftigen Werkes. Man bespricht ausführlich das weitere Vorhaben, bringt Veränderungswünsche ein, wählt das Holz aus, wobei durchaus Jahreszeit, Tag der Fällung und Mondphase eine Rolle spielen. Der Schnitzer muß ein Native, also „Eingeborener“ sein, sonst entsteht kein echter Totem. Als Gehilfen können aber auch auswärtige Schnitzer eingestellt werden. Ist dann endlich, oft nach Monaten, der Herstellungbeginn, so können zum Schnitzen Jahre vergehen. Auch während dieser Zeit sind noch formelle Änderungen möglich. Sollte dann zwischenzeitlich das vorgesehen Geld ausgehen, können auch lange Arbeitspausen entstehen. Ich sah angefangene Totems, welche über Jahre nicht bearbeitet wurden. Was aber immer positiv ist: Die Qualität der Schnitzarbeiten ist großartig !

Schnitzwerkzeuge

Tratitionelles Schnitzwerkzeug wie die Adce (Texel) und gebogene carved knives (Mettgar) und klassische Schnitzeisen

House-post

Der Coast Salish Carver Charles Elliot schnitzt ein House Post
im Auftrag eines neuen Gesundheits-Centers

 

Totem Poles waren für einige Lebensbereiche der Ersatz  von fehlender Schriftsprache. Für eingeweihte „sprechen“ sie, übermitteln wichtige Informationen. Dabei wird das vorrangig durch die Formsprache und Wahl der dargestellten Wesen oder Geschöpfe (beeings) erreicht. Die Farbgebung, nicht bei allen Stämmen üblich, ist zweitrangig, aber hilfreich zur Zuordnung nach Stämmen oder Familien. Dabei werden die wichtigsten Verkörperungen (images) unten, in Höhe des Betrachters angebracht. Wenn also die Bersitzer des Pfahles zum Clan des Bären gehören, ist die Pfahlbasis mit größter Wahrscheinlichkeit auch mit einer Bärendarstellung versehen. Die Symbole der Totems sind stets mit den Blutsverwandtschaften (kinship-system) verknüpft. Man kann sich also nicht einfach ein Wesen als Familienwappen (crest) aussuchen, sondern es wurde nach Verdiensten und Rechten dem Stamm und der Familie zuerkannt und ist ein hochgeachtetes Ehrenzeichen.

Bär

Bär mit zwei gefangenen Lachse, an der Basis eine Poles

Bär an der Basis

Totempole in Saxman Village, Alaska. Von unten: Bär, Adler, Rabe

 

 

 

 

 

 

 

Arten von Totempfählen

Totempfähle haben verschiedene Formen, Motive und Aussagen, welche eingeweihten allerhand zu sagen haben.

Copyrights for all images by D.Lang

Der Beitrag wird in Kürze fortgesetzt                           red.-le

Foyergestaltung, Ausschnitt

Große Wandgestaltung für die Festhalle Annaberg

Wandgestaltung

Eine große weiße Wand soll thematisch gestaltet werden.

Foyergestaltung belebt  Veranstaltungszentrum

Die Festhalle in Annaberg-Buchholz hat eine lange Tradition. 1906 als Ausstellungs- und Veranstaltungshalle errichtet, war in ihrer Holzkonstruktion eher ein Provisorium. Später wurde diese ein Zentrum für beliebte Tanzabende und kulturelle Höhepunkte mit einer ebenso stark frequentierten Gaststätte bis in die 70-er Jahre. Nach umfangreicher Renovierung 1985 wieder eröffnet, erfolgte 1992 erneute Schließung. Durch Initiativer der Festhallengenossenschaft und der Stadt Annaberg-Buchholz erfolgte nach umfangreicher Rekonstruktion und Bauerweiterungen am 26.05.2012 die feierliche Neueröffnung. Bis in die Gegenwart halten dabei Verschönerungs- und Umbauarbeiten in einigen Bereichen an. Das Foyer im Eingangsbereich der großen Festhallentreppe war zweckmäßig mit großer Gardereobe und Zugängen zum Veranstaltungs- und Sanitärbereich fertiggestellt, aber kalt und unpersönlich. Dank der Bereitstellung von Fördermitteln aus dem europäischen „Ziel 3 / cil 3“- Pojekt konnte durch die Stadt Annaberg-Buchholz am 20. Juni 2013 der Auftrag zu einer großen Wandgestaltung entsprechendem Konzept und Angebot ausgelöst werden. Nach Idee und Entwurf zum gemeinsam gefundenen Thema „Erlebe die Silberstrasse“ erhielt  ich den Auftrag. Da eine Behandlung dieses Themas mit einer Fülle von möglichkeiten der Geschichte, Geografie, Kultur, Biografien und Entwicklung riesig ist, beschloss ich, mich auf Strukturen, typische Kulturmerkmale, geografische und wirtschaftliche Andeutungen und ausgewählte regionale Werkstoffe zu beschränken. Dabei konnte ich den lange gehegten Wunsch, mit mir bekannten anderen Kunsthandwerkern interdisziplinär zusammenzuarbeiten und insbesonders Kunstschmiedearbeiten und Glasbläserarbeiten mit einzubeziehen, erfüllen. So entstand dazu eine Stele, symbolisch für einen geschwungenen Straßenverlauf, in Stahl gestaltet. Die Arbeiten mußten genau abgestimmt werden, da jeder Beteiligte natürlich noch andere Aufträge zu erfüllen hatten und auch Experimente zur Findung optimaler Lösungen notwendig waren. Es war für alle Beteiligten mit neuen Erfahrungen verbunden und selbst die Lösung zur Wandbefetigung, in mehreren Varianten erwägt, war am Ende effektiv und praktisch. So entstand ein Gesamtwerk in ausgewogener Abstimmung von Farbe, Form, Material und Inhalt.

Die Holzbohlen werden zuerst mit der Carver-Säge bearbeitet.

Die Holzbohlen werden zuerst mit der Carver-Säge bearbeitet.

 

Farbgestaltung

Strukturen entstehen und werden farbig unterlegt

 

 

 

 

 

 

Aufstellen der Stele

Die beiden Schmiede beim Aufstellen der Stele

 

Stahl-Stele

Detail der Stahl-Stele

 

 

 

 

 

 

Fertige Gestaltung

Die fertige Gestaltung,
4,20 x 2,20 m

Die Gesamtgestaltung enthält links die Stahl-Stele mit Ortsnamen, in der Mitte die Holzwand-Gestaltung und rechts eine Beschriftung im extra geschmiedeten Stahlramen.

Beleitender Text ( Auf der Tafel in Deutsch und Tschechisch ) :

Die sächsisch-böhmische Silberstrasse zieht sich als ein 230 km langes Band von Zwickau nach Dresden sowie über einen südöstlichen Verlauf bis Ostrov. Auf und an dieser Ferienstrasse gibt es viel zu sehen und zu erleben.  Eine 8oo-jährige Bergbautradition, historisches und gegenwärtiges Handwerk und Kunsthandwerk, Industrie, Volkskunst und Geisteswissenschaften, aber auch die herb-schöne Landschaft, insbesondere des sächsisch-bohmischen Erzgebirges prägen diese Gegend. Das Großrelief und die Stele sollen dies in künstlerischer Gestaltung ausdrücken. Das Relief zeigt symbolisch die Topografie des Erzgebirges als Pultschollengebirge, geschützt von einer Engelsgestalt. Viele Dinge, welche an der Silberstraße zu finden sind, wurden eingearbeitet. Bergbauliche Elemente wie Mineralien und Metalle, sogar Silber,aber auch Glas einer einstmals weit verbreiteten Glasindustrie, Kunsthandwerk, insbesondere des Raumes Seiffen und des Westerzgebirges und vieles mehr. Die Stele ist, symbolisch für eine sich windende Strasse, aus Stahl geschmiedet, versehen mit den Namen wichtiger Orte an der Silberstraße. Diese Arbeit wurde interdisziplinär von Kunsthandwerkern gefertigt und mit Attributen sowohl aus Deutschland als auch aus Tschechien bestückt. Sie möchte Gästen und Einheimischen Anregung geben, die Silberstrasse zu besuchen , vieles zu entdecken und interessantes zu erleben.

Die Übergabe erfolgte am 18. Dezember 2013 an Oberbürgermeisterin Barbara Klepsch sowie Vertretern aus Wirtschaft und Kultur

Die Übergabe erfolgte am 18. Dezember 2013
an Oberbürgermeisterin Barbara Klepsch sowie Vertretern aus Wirtschaft und Kultur

Auftraggeber: Große Kreisstadt Annaberg-Buchholz   Material: Lärchenholz, verschiedene andere Hölzer, Stahl und andere Metalle, Glas und Mineralien.  Ausführende: Dietmar Lang, Idee, Entwurf und Gesamtgestaltung  Detlef Jehn, Tischlerarbeiten, Schrift- und Engelgestaltung, Ulrich Habermann und Ralf Schmidt, Metallgestaltung, Frieder Schulz, Glasbläserei, Christof Schiefer, Befestigungstechnik.

D.Lang

 

Speedcarving in Ehrenfriedersdor

Holzbildhauersymposium zur 675-Jahrfeier Ehrenfriedersdorf

Symposium im Regen – und doch ein Erfolg !

Werke in Holz als ein ein Höhepunkt zum großen Stadtfest

Alle eingeladenen Bildhauer sind rechtzeitig zum Internationalen Holzbildhauersymposium nach Ehrenfriedersdorf gekommen. Den kürzesten Weg hatten Uwe Demmrich aus Ehrenfriedersdorf und Peter Duus aus Thum. Am weitesten gereist sind Bear Horne und seine Frau Jade aus Saanichton auf Vancouver Island in British Columbien, Westkanada. Aber auch andere Teilnehmer nahmen lange Anreisewege auf sich, so Thomas Lüscher aus Thalheim im Schweizer Kanton Aargau sowie Zdenek Matyas und Martin Cyganek aus Valaske Klobouky im tschechischen Nordmähren, Susanne Alt aus Münchnen und Thomas Hildenbrand aus Ilshofen-Oberasbach in Baden-Württemberg. Die Wanderburschen kamen aus allen Himmelsrichtungen nach Ehrenfriedersdorf getrampt, und mit dem „Wandermädel“ Katrein Mouschert waren es ihrer sogar sieben, und diese arbeiteten als Team effektiv auf einem Streich! Somit waren nun aus ursprünglich angedachten 10 Teilnehmer 18 fleißige Mitwirkende geworden.Gearbeitet wurde vom 11. bis 14.September 2014 jeweils von 9 bis 18 Uhr und diese Arbeit war nun wirklich nicht leicht!

Holz war bereits durch die Stadt geschlagen worden. In ausreichender Länge und Stärke steht Lärche, Esche und sogar die recht selten gewordene Ulme ( Rüster ) zur Verfügung.

Holzstämme

Kräftige Stämme bis 85 cm Durchmesser lagen schon am Burgplatz…

Vorarbeiten

… und wurden abgelängt, geschält und fachmännisch zubereitet.

 

 

 

 

 

 

 

 

Gearbeitet wird mit Motorkettensägen, „Carving-Disks“, das sind scharfe Schitzscheiben oder auch Raspeln an Winkelschleifern (Flex), aber auch ebenso mit klassischen Bildhauerbeiteln und Schleifscheiben. Natürlich wird dabei einiger Lärm entstehen, aber die Stadt versicherte, das die Anwohner für diese Zeit Verständnis aufbringen. Der Arbeitsplatz neben der „Burg“ auf dem asphaltierten Platz ist ideal. Als Schutz vor schlechter Witterung wird ein großes Zelt errichtet. Während des Symposiums wird es auch ein „Speedcarving“ geben. Dieser Begriff ist aus der international üblichen Fachsprache der Holzbildhauer und wird schlicht übersetzt als „Schnellsägen“. Das trifft es aber leider nicht exakt, denn auch das Schnitzen mit den „Carverdisks“, Raspeln, Schleifen und die Arbeit mit den klassischen Bildhauermeißeln sowie möglicherweise Farbgestaltung bis zum fertigen Stück gehören dazu. Die Arbeiten müssen unter den Augen des Publikums innerhalb einer festgelegten Zeit ( meist 50 Minuten ) fertig sein und werden anschließend versteigert. Es verspricht also auch hierbei recht spannend zu werden !

Der Artikel wird in Kürze aktualisiert !

                                                     Es haben sich 16 Holzbildhauer und eine Holzbildhauerin qualifiziert und werden am Symposium  teilnehmen. Der erste Arbeitsbeginn ist am Donnerstag, den 11.9. ab 9 Uhr mit Einweisung in den Ablauf, Arbeitsschutz-Belehrung und Transport der Stämme an die jeweiligen Arbeitsplätze. Dann kann’s losgehen. Die Teilnehmer sind:

  • Peter Duus, Bildhauer                     Sachsen                  Sponsorenauftrag
  • Uwe Demmrich, Bildhauer               Sachsen                 Sponsorenauftrag
  • Detlef Jehn Bildh. (ExponArt)         Sachsen                  Auftrag Stadt Ehrenfriedersdorf
  • Simeon Decker, Holzbildhauer        Berlin                      Auftrag Stadt Ehrenfriedersdorf
  • Thomas Hildenbrand Holzbildh.      Baden- Württ.        Sponsorenauftrag
  • Peter Eberlein, Bildh. (ExponA.)     Sachsen                  Arbeit z.Verkauf
  • Susanne Alt, Holzbildhauerin          Bayern                    Auftrag Stadt Ehrenfriedersdorf
  • Matyas,Zdenek, Bildhauer               CZ, Nordmären       Arbeit z.Verkauf       
  • Martin Ciganek, Magister, Bild.      CZ, Nordmähren     Arbeit z. verkauf
  • Thomas Lüscher, Holzbildhauer     CH, Kant.Aargau     Arbeit z. Verkauf
  • Doug Horne, Bildhauer                    CAN Brit.Columbia  Arbeit z. Verkauf
  • David Zübli, Holzbildhauer              CH, Wanderbursche
  • Lasse Glaeser                                   Wanderbursche
  • Melik Scheurer                                 Wanderbursche
  • Johannes Brennsteiner                   Wanderbursche
  • Benjamin Fock                                  Wanderbursche

 Die Wanderburschen fertigen eine Gemeinschaftsarbeit für die Stadt Ehrenfriedersdorf

Es ist absolut neu, das solch eine umfangreiche Gruppe von Wanderburschen an einem Holzbildhauersymposium teilnimmt. Sie werden sich und uns so manches zu erzählen haben !

Die meisten Skulpturen werden an den Veranstalter, die Stadt Ehrenfriedersdorf gehen. Aber es gibt auch mehrere Aufträge von Ehrenfriedersdorfer Unternehmern. Und einige der Arbeiten sowie mitgebrahte kleinere Werke werden zum Vekauf stehen, Seltene Gelegenheit für Sammler und Liebhaber der Holzbildhauerei wertvolle Unikate günstig zu erwerben. Das Geld dafür kommt den Künstlern zugute, auch als Reisekostenzuschlag.

Im ganzen Ort wird schon fleißig der Festschmuck gefertigt !

Schnitzfreund

Dieser Schnitzer hat schon sein eigenes Symposium gestartet

Warten auf Fest

Drei Skatbrüder warten im Freien auf das Fest

 

 

 

 

 

 

 

Stippvisive eines Wanderburschen in Ehrenfriedersdorf

Am Abend des 9.Aprils traf Lasse Glaeser aus Stuttgart kommend in Langs Erzgebirgshaus ein. Hier arbeitete gerade der Schnitzverein, und so hatte man wieder ein interessantes Gesprächsthema. Die Inhaberin des benachbarten „Hotels zur Schmiede“, Uta Springer, hatte ein Zimmer zur Übernachtung gesponsert. Heute Vormittag ging es dann nach Ehrenfriedersdorf zu einem Pressetermin und einem Informationsgespräch mit dem Bürgermeister und der Chefin der Touristinformation bei Kaffe und Kuchen am Markt. Der gelernte Holzbildhauer Lasse, der jetzt über 2 Jahre auf der Walz ist, zahlreiche Länder bis hin nach Neuseeland besuchte und dort arbeitete, kam erst im Februar aus dem warmen Tansania zurück. Er freut sich schon auf das Symposium im September. Heute aber trampte er weiter nach Berlin.

Treffen in Ehrenfriedersdorf

Am Marktplatz taf der Wanderbursche Lasse mit Touristinfo-Chefin Carmen Krüger, Bürgermeister Frank Uhlig und Sabrina Langer vom Wochenspiegel zu einem Pressetermin zusammen

Schirmherr des Symposiums: Der Landrat des Erzgebirgskreises, Frank Vogel

Mittwoch, der 10. September, 14 Uhr – Das grope Symposiumszelt steht ! Die ersten der Holzbildhauer sind eingetroffen und bereiten schon ihre Stämme zu. Uwe Demmrich, Peter Duus, Thomas Hildenbrand.

Zeitplan und Ablauf:

10.09.  ab 10 Uhr         Anreise der Teilnehmer, Beziehen der Quartiere. Holztransport

11.09.  9-18 Uhr          Arbeit auf dem Burgplatz

12.09. ab 9 Uhr           Arbeit auf dem Burgplatz, 10 Uhr Eröffnung, Vorstellen der Teilnehmer

13.09. ab 9 Uhr           Arbeit auf dem Burgplatz.  16.00 Speedcarving mit Versteigerung

14.09. ab 9 Uhr           Fertigstellen der Werken,16 Uhr offizielle Übergabe der Arbeiten,Abschluss

Kontakte:                     Stadt Ehrenfriedersdorf, Touristinformation Greifensteine,

Carmen Krüger  037346 6870  info@reifensteine.de

Langs Erzgebirgshaus Frohnau

Dietmar Lang  03733 23819  contact@langserzgebirgshaus.de

Schnitzertage 2014 in Annaberg

Viele auch größere Werke wurden ausgestellt.

Viele auch größere Werke wurden ausgestellt.

Die zahlreichen Schnitzer erfuren viel Interesse an ihren Schnitztischen

Die zahlreichen Schnitzer erfuren viel Interesse an ihren Schnitztischen

Ronny Tschierske hatte ein sehr umfangreiches Angebot an Schnitzwerkzeug

Ronny Tschierske hatte ein sehr umfangreiches Angebot an Schnitzwerkzeug

Einige der Teilnehmer am Schnitzerstammtisch

Neue Ideen und und traditonelle Abläufe.

Am 1. unde 2. März 2014 fand in den beiden Sälen der Schnitzschule und weiteren Räumen des des Kulturzentrums Erzhammer wieder das alljährlich größte Treffen der Schnitzer des Erzgebirges statt. Zirka 160 Mitwirkende, in Vereinen organisiert oder als Einzelschaffende fanden sich dabei zum gemeinsamen Schnitzen und Basteln, Fachsimpeln und der Präsentation ihrer Arbeiten ein. Umrahmt wurde das Ganze von Kulturprogrammen, so auch von zünftiger Musik des Bergmusikchors „Frisch Glück“ Annaberg/Frohnau und den Pöhlbachmusikanten.

Vorausgegangen war ein neues ergänzendes Konzept, welches der Verband Erzgebirgischer Schnitzer (VES) erstellt hatte und gemeinsam mit den Organisatoren schrittweise weiter umgesetzt wird. Anlaß dazu waren Hinweise, Kritiken und Erfahrungen der Schnitzertage 2013, welche damals aufmerksam ausgewertet und überdacht wurden. Die positive Folge war zum Beispiel die anspruchsvollere Optik der Ausstellungstische, Präsentation von mehr qualitativ hochwertigen und auch größerformatigen Exponaten, besserer Einhaltung der vorgegebenen Schauschnitzzeiten der Mitwirkenden und auch der angemessenen Gastronomischen Betreuung.

Da bisher bei allen vorherigen Veranstaltungen meist 2 Fachvorträge angeboten wurden und es damit immer schwieriger wurde, neue Themen und Dozenten zu finden, gab es diesmal zwei Novitäten. Am Sonntag stellten sich 8 Schnitzerinnen und Schnitzer der 2013 gegründeten „Schnitzergilde Erzgebirge“ um 11.00 im vollbesetzten Proberaum dem interessierten Publikum vor. Nach dieser Vorstellung, dessen bedeutenster Kerninhalt die Aquisation, Schulung und gestalterische Förderung von Kindern und Jugendlichen als sehr lobenswerte Zielstellung anzusehen ist, kahm es zu zahlreichen Fragen und Diskussionen zwischen den Schnitzern und dem Publikum. Hier zeigte sich, was die Gruppe schon erreicht hat, wo aber auch bei der fachlichen Kompetenz noch eigener Nachholebedarf besteht. Weitere Informationen sind auf der Homepage „Schnitzer-Gilde-Erzgebirge“ nachzulesen. Dabei ist noch eine besonders erfreuliche Mitteilung zu finden: Die Schnitzergilde beabsichtigt, vom 8.-10. August 2014 ein Sommercamp für deutsche und tschechische Schnitzer beiderlei Geschlechts durchzuführen. Altersbereich 11-18 Jahre. Zur Verwirklichung dieses richtungsweisenden Vorhabens ist der Gilde gutes Gelingen und hilfreiche Unterstützung zu wünschen ! 

Gleich zwei Stunden später wurde ebenfalls als Neuerung der „1. Schnitzerstammtisch“ ins Leben gerufen. Im ebenfalls vollbesetzten Kreativraum trafen sich Vertreter von Schnitzvereinen, meist deren Leiter, Einzelschaffende, die Veranstaltungs- und Kulturzentrumsleiterin und Vorsitzende des Erzgebirgsvereins e.V., Frau Dr.Gabriele Lorenz in Begleitung von Herrn Wolfgang Kalus, Kultursekretär des Kulturraumes Erzgebirge-Mittelsachsen sowie vier Vorstandsmitglieder des VES. In einer angeregten Diskussion wurden mehrere Schwerpunkte behandelt.Dazu gehörten die Fragen: Wo stehen wir heute mit der Volkskunst des Schnitzens ? Brauchen wir Weiterbildungslehrgänge und in was für Fachbereichen ? Welche neue gestalterische Wege können wir gehen ? Wie wünschen wir uns zukünftige Schnitzertage ?  Besonders interessant fanden alle das Thema „Wie regeln wir die Vereinsfinanzierung“ ?  Dazu konnte der Schatzmeister des VES, Helmut Uhlig aus Schwarzenberg, wichtige Hinweise geben. Es hätte sicher noch viel Diskussionsstoff gegeben, doch die vorgegebene Sunde für den Schnitzerstammtisch wurde durch den Moderator exakt eingehalten. Wir werden weiterhin viel Gesprächsstoff haben, so zum Beispiel die berechtigt kritische Frage, wie sich der VES besser und vor allem aktuell im Internet präsentieren könnte.

Um 14.30 erfolgte dann der jährliche Höhepunkt mit der Prämierung des Schnitzwettbewerbes, welcher in diesem Jahr unter dem nicht ganz leichten Thema „Auf Messers Schneide“ stand.      Nach einem Grußwort von Landrat Frank Vogel, einen bekennenden „Schnitzfan“ zeichnete der Leiter der Schnitzschule Ingolf Gleisel Urkunden und Preisen, überwiegend gesponsert von der Heimatstube und Werkzeughandel Ronny Tschierske, aus.

Mit Spannung erwartet kam dann der Höhepunkt mit der Verleihung des „Goldenen Schnitzmesser“. Diesen zum achten male verliehenen Preis erhielt der Borstendorfer Christian Groschupp. Besonders gewürdigt wurde dabei seine seit 1952 ununterbrochene Vereinsmitgliedschaft und die hervorragende 30-jährige Arbeit mit der Kinder- und Jugendgruppe, welche er 1980 selbst gründete. Inzwischen leitet diese sein Sohn Andreas. Die Arbeiten der Jugendguppe Borstendorf sind in Schnitzerkreisen weithin bekannt. Christian Groschupp ist nach Horst Schreiter (GSM 2007) der zweite Borstendorfer, welchem diese Auszeichnung zuteil wurde. 

Die Preisträger, Kategorie Kinder: 1.Platz  Milena Rothe, Lauter- Bernsbach 2.Platz  Marc Poller, Antonsthal

Jugendliche bis 24 Jahre: 1. Platz Corinna Maria Helbig, Chemnitz , 2.Platz (2x vergeben)  Philip Siegel, Jahnsbach, Lukas Meyer Königswalde 

Erwachsene: 1.Platz Tobias Stihl, Wolkenstein, 2.Platz (2x vergeben) Rudolf Hannawald, Bärenstein, Udo Eibisch, Zwickau

Sonderpreise: Schnitzverein Thum, Gemeinschaftsarbeit „Waldidyll“ und Dietmar Hemmerking, Lichtentanne.

Herzlicher Glückwunsch an alle Preisträger !                 

Ein großes Dankeschön gilt auch allen Mitwirkenden und Organisatore. Es wurden 1685 Besucher gezählt, etwas mehr als im Vorjahr.                                                                   red.