Übern Hammer

Frohnauer Hammer bekommt neue Hammerwelle

Im Hammer

„Zwei Hammerschmiede“
Kleines Aquarell, gezeichnet 1909 von Schrade, Annaberg

Es ist wieder einmal soweit – der alte Frohnauer Hammer bekommt eine neue Hammerwelle

Noch hält sie durch, die 1957/58 neu gefertigte Hammerwelle. Es war gesundes Eichenholz, das man damals verwendete. Doch dann wurde die Hirnholz-Kante marode, und der schon seit längerem bekannter Pilzbefall ist trotz mehrfacher Schutzmittel-Infusionen nicht mehr aufzuhalten. Bereits vor 3 Jahren wurde ein Meter Endstück vorm inneren Lagerstein entfernt und auf einem provisorischen Eichenblock fixiert. Kein Wunder bei der täglichen Belastung und den immerwährenden Nässe- sowie extremen Temperatureinflüssen.   Bilder zum Vergrößern anklicken !

Hammerwelle
, Der heutige Zustand der Welle – die Distanz zum eigentlichen Lagerstein (rechts) ist deutlich zu erkennen                                        
Hammerwelle

Hammerwelle um 1974

 

 

 

 

 

 

 

Wann die Welle vor 1900 jeweils gewechselt wurde, ist bisher nicht bekannt. Nur, das die Welle etwa nach 60-80 Jahren ausgewechselt werden muß. Nach seiner Stillegung 1904 verfiel zuerst das ganze Hammerwerk. Aber die Welle scheint standgehalten zu haben. 1907 gründete sich der Hammerbund Frohnau mit dem Ziel des Erhaltes des technischen Denkmales, welches er ein Jahr später erwerben konnte. Im November 1935 stellte der Hammerbund fest, das die Welle schadhaft sei und dringend erneuert werden müsse. Das geschah dann im April 1938, als eine zwei Jahre vorher erworbene 250 Jahre alteTanne aus dem Forstrevier Oberwiesenthal, 9,3 m lang und 130 Zentner schwer, eingebaut wurde.

Hammerwerk

Das Hammerwerk um 1936

500 Jahre hammer

Hammerfest zum 500. Jubiläum 1936

 

 

 

 

 

 

 

Weiterer Austausch der Hammerwelle
Tannen sind mittlerweile selten geworden, besonders so starke Stämme. Dieses Holz ist auch nicht ideal für eine Hammerwelle. 1953 wurde zur vollständigen Rekonstruktion sehr verfallenen Frohnauer Hammers eine neue Welle gebraucht. Sie war aber auch aus Nadelholz und hielt nicht sehr lange. Die Baumaßnahmen wurden vom Architekten Herbert Sieber und Baumeister Julius Rebentisch realisiert und überwacht. Weil diese neue Welle nur kurzzeitg brauchbar war, erforderte es ein erneutes Auswechseln. Das geschah im Jahr 1957/58. Nach längerem Suchen und der Begutachtung von etwa hundert alten Eichenbäumen fand man in der Dübener Heide das geeignete Exemplar. Dieser Stamm aus dem Probsteiwald bei Wittenberg war gut und astfrei gewachsen. Das Fällen mit der damals verfügbaren Technik dauerte noch 3 1/2 Stunden,Der 11 m lange Stamm mit einem Sockeldurchmesser von 1,45 m, in 10 m Höhe noch 1,10 m Durchmesser und 18 t schwer,  wurde dort erst einmal vom Wittenberger Baugeschäft Graf übernommen und bearbeitet. Mit der Reichsbahn ging es im Winter 58 nach Annaberg, wo sie vom Staatlicheen Forst zum Frohnauer Hammer transportiert wurde. Nach dem komplizierten Einbau erfolgte am 3.April 1958 genau 12 Uhr mittags die Inbetriebnahme. All die Jahre bis heute hat die Welle wacker durchgehalten !

Hammerplan

Plan mit Lage der Hammerwelle

Vewrladen Stamm

Der Stamm für die Hammerwelle wird vom Bahnwagon weg mit Muskelkraft und Hebeln verladen

Transport

Transport der Stämme für die geteilte Hammerwelle 1953 auf dem Fuhrwerk am Buchholzer Bahnhof

Durchbrucharbeiten

Durchbrüche bei Umbauarbeiten im Hammerwerk

Neuaufbau

Neuaufbau des Fachwerkes der Gesellenstube 1952

Wasserrad

Das große Wasserrad ohne die Welle

Eiche

Der Eichenstamm im Probsteiwald vor der Fällung 1957

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hammerwelle

Ankunft der Welle Februar 1958 am Hammerwerk

Erneuter Austausch 2014   Die vom Pilz befallene und insbesonders in den Endbereichen morsche Welle wird nun wieder ausgetauscht. Der Stadtrat von Annaberg-Buchholz stellte stelle rund   40.500,-  € für diese Maßnahme im Haushalt 2014 ein. Realisiert wird das vom bewährten Mühlenbaubetrieb Gottfried Schumann aus Mulda, welche schon mehrfach im Hammer tätig war und Wasserräder erneuerte. Beginn ist am 27. Oktober mit dem Absatteln der Welle, es wird auch ein Loch in die Sehmaseitige Hammermauer gerissen. Der riesige Eichenstamm wurde schon mit schwerer Technik auf das Betriebsgelände Schumanns transportiert und mit der Gattersäge achtflächig zugeschnitten sowie weiterbearbeitet.Das Wiederanlassen der Neukonstruktion soll am 19. November 2014, dem Buß- und Bettag erfolgen. Vorher wurde am „Tag des Tratitionellen Handwerks“ am 19.Oktober der Kunstschmied Ulrich Habermann mit seinen Schmiedegesellen nochmals ein Schauschmieden veranstaltet. Es war ein interessanter Einblick in ein uraltes Handwerk, das auch heute noch solide von den Fachleuten beherrscht wird.

Vereistes Wasserrad

Vereistes Wasserrad, in alten Zeiten…

Winter im hammer

… wie in heutiger Zeit: Winter 2012

 

 

 

 

 

 

Winterfoto

… und der alte Hammer im Winter

Herrenhaus

Das Herrenhaus im Oktober…

 

 

 

 

 

 

 

hammerschmiede

Die Habermann-Schmiedetruppe am Werk

Das letzte Schmieden mit der alten Welle

Nachdem schon am Sonnabend in der kleinen, aber gut ausgerüsteten Schmiede von Ulrich Habermann im Ortsteil Kleinrückerswalde fleißig gearbeitet und dabei auch eine Damaszener Klinge mit zahlreichen Faltungen angefertigt wurde, begann das Schauschmieden am Sonntagmorgen mit der personell umfangreichsten Beteiligung dieses Teams im Frohnauer Hammer. Die Glut in dem Schmiedeherd und den Feldschmieden war schon vorbereitet. Mit dabei waren Ulrich Habermann, Dresden, Günter Weißkulen, Greitz, Ralf Schmidt, Cranzahl, Matthias Sengenberger, Freital und Werner Ludwig aus Neukirchen. Als Gast begrüßten wir den japanischen Schmied und Kunststudenten Junpei Suzuki und seine Partnerin Uta Hosoleana. Es wurde ein überaus interessanter Workshop mit vielen interessierten Besuchern und einem tollen, fast romantischem Flair in der altehrwürdigen Hammerschmiede, An allen Ambossen wurde gearbeitet und auch der kleine Schwanzhammer wurde noch unentwegt mit genutzt. Dafür sorgten Klaus Klapper und Friedmar Morgenstern vom Hammermuseum.

Schauschmieden

Beim großen Schauschmieden gab es viel zu bewundern

Fachleute

Schmiede-Fachsimpelei zweischen Ralf Schmidt und Werner Ludwig

Gemeinschaftsprojekt

Das Gemeinschaftsprojekt
der Habermann-Schmiedegruppe.

 

   

 

 

 

 

 

 

Gearbeitet wurde an einer fantasievollen großen Stahlskulptur mit dem vorläufigen Arbeitstitel „Die Feuer-Wasser-Luft- Rose“. Hier kann jeder der Kunsthandwerker seinen Teil dazu fertigen und mit zu einer Einheit formen.

Japanische Gäste

Ulrich Habermann und Ralf Bechmann begrüßen die japanischen Gäste

Kameramann

Der geübte, unermüdliche Kameramann Ralf Bechmann in der Werkstatt Habermann

 

 

 

 

 

 

 

 

Ralf Bechmann aus Geyer mit seiner Kamera ist oft bei interessanten und spektakulären Ereignissen dabei. Als Eisenbahnfreund ist er auch Vorstandsmitglied im Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf und unermüdlich ehrenamtlich tätig. Seine qualitätsvollen Videos und Fotos sind wertvolle Zeitdokumente. Er vermittelt oftmals Kontakt zu seinen japanischen Freunden, deren Land er schon bereist hat. Die Schmiede-Videos können über Langs Erzgebirgshaus bestellt werden!

Absatteln

Die Welle wird „abgesattelt“

Am 15.Oktober waren Mitarbeiter der Firma Schumann nochmals am Frohnauer Hammer, um das Aufstellen des großen Autokranes zum heben der Hammerwelle zu planen. Am  Montag, den 27.10. geht es los. Drei Mühlenbauer trennen das Lagerstück neben dem Wasserrad ab. Dann wird die Mauer zur Schmiede geöffnet. Das komplizierte Einbringen der mächtigen Welle war für den 3. November geplant- und ist nun abgeschlossen ! Es war ein vielbeachtetes und regional wichtiges Ereignis.
Viele Schaulustige, Fotografen, Amateurfilmer und Heimatfreunde sind gekommen, auch interessierte Frohnauer, Annaberger und Gäste.Es hatte sich glohnt !

Abschied

Der retliche 3m lange Abschnitt der Hammerwelle schwebt über die Hammerlinde – Abschied nach 57 Jahren treuer Arbeitsverrichtung !

 

Hammerfans

Auch die jüngsten Hammer-Fans sind unter den Zuschauern

Neue Welle

Die neue Welle wird „Eingefädelt“

Wasserrad

Das große Wasserrad mußte vorübergehend „abgestellt“ werden.

Einpassen

Vorsichtig wird die Welle hereingezogen

Wellentausch

Viele Gäste sahen den Austausch der Welle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einige Daten für Interessierte Leser:

Der Eichenstamm kommt aus dem Würzburger Uniforst Saitershausen (Landkreis Haßberge), Bayern. Er war 10m lang und wog 10 Tonnen. Gewicht nach der Bearbeitung durch den Mühlenbaubetrieb Gottfried Schumann: 9 Tonnen, Länge 9,05 m. Gelagert wird sie an beiden Seiten in Bronzelagern.  Höhe des Autokranes ( Ausgefahren zum Transport der Welle: 50 m, maximal 70 m. möglich)  Arbeitsradius 40 m. Die Austausch- und Einbauarbeiten Arbeiten am 3.11. am Frohnauer Hammer begannen 8,15 und endeten gegen 17.30.

Neue Welle

Die neue Welle exakt eingepasst

Mitarbeiter Hammer

Gute Gelegenheit zu einem Treffen ehemaliger und derzeitiger Hammermitarbeiter

Mittlerweile ist die Welle fertig eingebaut und wieder funktionstüchtig. Eine hervorragende Leistung aller beteiligten, denn es ist schießlich auch eine sehr seltene spezialisierte Arbeit. Ein Probelauf fand am Morgen des 14.November statt. Die Welle läuft ruhig und gleichmäßig in den neuen Lagern.

Feierliches „Anfahren“ der Hammerwelle wird am Dienstag, dem 18.11. 14 Uhr sein.

 Übrigens: Aus der alten Hammerwelle könnte eine Skulptur geferigt werden, welche am oberen Parkplatz das marode Wasserrad ersetzen soll. Ideen sind gefragt – bitte melden !

Fotos: D.Lang und Archiv Langs Erzgebirgshaus/Frohnauer Hammer

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